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beim Renovieren

BODEN

Die meisten der heute ca. 30 - 40 Jahre "alten" Häuser sind direkt auf dem Boden, ohne durchgehendes Fundament gemauert worden, und innen nur mit leicht verdichtetem Bauschutt aufgefüllt. Das führt dann in aller Regel zu aufsteigender Feuchtigkeit in den Wänden, der wenn überhaupt nur mit sehr aufwändigen und teuren Techniken beizukommen ist (s.u. "Schimmel").
Wenn also die alten Fliesen ersetzt werden sollten, dann lohnt es sich, gleich den ganzen Boden komplett aufzuheben, ggf. neu zu schütten und zu verdichten und in jedem Fall einen armierten Beton-Boden zu giessen ohne direkte Verbindung zu den Wänden, auf den man dann gleich auch noch Hartschaum-Isolierplatten unter den neuen Fliesen-Estrich legen sollte. Mit Glück kann dabei auch die HAUPTWASSER-LEITUNG erscheinen, die man ohne Zögern gleich ersetzen sollte.

SCHIMMEL

An der Schimmelart erkennt man die Ursache des Problems.
Eine weisse baumwollartige Schicht an den Wänden deutet auf Salpeter ("salamastra") hin. Salpeter ist im Tuffstein drin und wird aktiv, sobald der Stein Feuchtigkeit zieht (d.h. bei den üblicherweise fehlenden horizontalen und vertikalen Sperren: nach jedem Regen !). Eine Aussenverkleidung mit Natursteinen, Marmorplatten oder Carparo kann sehr helfen. Eine Innenverkleidung mit Hartschaum-Isolierplatten und aufgesetzten dünnen Einkammer-Tonziegeln ("foradine") vermeidet, dass der Salpeter nach innen durchschlägt und sichtbar wird. Wichtig ist dabei, dass alle verwendeten Materialen zumindest zur Aussenseite hin ATMEN und dass die Innenverkleidung den Boden NICHT berührt, der sofern er neu erstellt wurde seinerseits die Wände nicht berühren sollte (s.o. "Boden"). Eine Radikalkur gegen durch aufsteigendes Wasser verursachten Salpeter bietet eine durchgängige Imprägnierung von ca. 2 Steinlagen, z.B. das System Dry Kit von der Firma Tecnored. Ein Hightech-Gel wird durch Bohrlöcher in die Mauer eingespritzt, das den Stein komplett durchdringt und dann eine Barriere gegen die Feuchtigkeit bildet. Das System ist nicht billig und erfordert zudem eine anschliessende Renovierung der ganzen Wandoberfläche; es ist aber wirklich wirksam.
Der schwarze Schimmel („muffa“ genannt) entsteht dort, wo Wasser eindringt und nicht verdunsten kann. Wenn einzelne wenige Stellen betrofffen sind, kann (muss) man damit leben und im Winter 2-3 mal mit Javelwasser (z.B. "Candegina" oder speziellen "anti-muffa-Sprays") die Schimmelsporen umbringen. Sollte der Befall grössere Flächen betreffen, dann empfiehlt sich, die Fassade neu (und richtig) zu verputzen und/oder das Dach neu zu verlegen und dabei vielleicht auch gleich entsprechend zu isolieren und zu dämmen.
Wenn die Schimmelstellen auch noch gelbliche oder bläuliche Kristalle zeigen und es je nach Windrichtung „merkwürdig“ riecht, dann ist u.U. die Sickergrube undicht und die Wände ziehen deren Inhalt .... In diesem Fall muss selbstverständlich die Sickergrube komplett neu gesetzt werden !

INSTALLATIONEN

Hauptwasserleitung ...

Die in einem hiesigen "Gebraucht-Haus" bestehende elektrische Installation ist in aller Regel nicht für den gleichzeitigen Betrieb von mehreren Haushaltsgeräten ausgelegt. Die alten Leitungen bestehen leider nur allzu oft aus besserem Klingeldraht ! Also gleichzeitiges Staubsaugen, Waschen, Warmwasser und z.B. im Bad Heizen bringt die Leitungen zum Glühen, erhöht massiv den Stromkonsum und lässt die Sicherung, wenn überhaupt vorhanden, springen. Oft ist die Installation nicht einmal geerdet, und oft spielen die Leerrohre Drainage für die wasserziehende Wand. Bevor man eine Elektro-Heizung anschliesst, sollte man unbedingt die Steckdose abmontieren und die Dicke der Kabel überprüfen. D.h. ziemlich kategorisch: nicht nur wenn eine umfangreiche Renovierung geplant ist, sollte die elektrische Installation in den meisten Fällen komplett ausgetauscht werden.
Die Wasser-Installation sollte auch kontrolliert werden und bei anstehenden grösseren Renovierungen komplett erneuert werden. Hier liegen die Probleme vor allem bei den verkalkten, verrosteten und oft auch undichten Leitungen, nicht isolierten Wasserleitungen (=Kondenswasser in den Wänden) und Abwasserrohren ohne Krümmer (=übler Geruch).

HEIZUNG

Kamin-Beispiel

Wenn das Haus auch im Winter intensiv genützt werden soll, ist es ratsam über eine Zentralheizung nachzudenken. Der Kamin, der meistens in den Häusern vorhanden ist, hat kein Insert und wird an windigen Tagen den Rauch und die kalte Luft in den Raum blasen, ... und ohne brennendes Feuer ist er eine ständige Kaltluftquelle ! Die mobilen Gasflaschen-Heizungen sind als Dauerheizung gefährlich, da sie wegen der offenen Flamme viel Sauerstoff brauchen, und sie setzen beim längeren Betrieb den Häusern zu, weil sie bei der Verbrennung Feuchtigkeit produzieren.
Es gibt viele vernünftige Lösungen für die Heizung (Pellets, Gastherme, Fussbodenheizung, etc,) bis hin zu komplett integrierten Niedertemperatursystemen mit Warmwasser-Solarpanelen, die auch in unserer Gegend am Besten vom zertifizierten Fachmann eingebaut werden. Wichtig ist es, die Heizung unbedingt VOR der Renovierung zu planen; ... und im Winter muss auch hier für ein gesundes Raumklima unbedingt geheizt werden !

HANDWERKER

Meistens ist weder der Güngstigste noch der Teuerste der Beste ... Bevor man den Auftrag erteilt, sollte man mehrere inhaltlich vergleichbare Kostenvoranschläge einholen, sich Arbeiten zeigen lassen (auch solche, die vor 3-4 Jahren gemacht wurden) und Baustellen besuchen. So können Sie einen Eindruck von der Qualität der Handwerker erhalten und sehen, ob es sich um ein gut eingespieltes Team handelt.
Lassen Sie sich genau erklären, weshalb etwas so gemacht werden soll wie vom Handwerker vorgeschlagen. Ein Fachmann wird sachlich begründen können und das auch mit berechtigtem Berufsstolz sehr gerne tun. "Hab Vertrauen und lass mich nur machen!" ist jedenfalls nicht die gewünschte Antwort. Bei der Wahl der Materialien beachten Sie, dass viele im Norden bewährte Stoffe für das Meeresklima ungeeignet sind, z.B. Plastikfarben (Dispersion), Gips ("cartongesso"), geleimte Werkstoffe .... und Holz (wenn es sich nicht um spezielles Tropenholz handelt).

Die richtige Reihenfolge

Ausser bei Total-Sanierungen sollte man, wenn es irgendwie möglich ist, zuerst das Haus eine Zeitlang bewohnen "so wie es ist", bevor Renovierungsarbeiten in Angriff genommen werden. Die meisten frisch gebackenen Hausbesitzer fliesen und streichen als Erstes, bevor sie feststellen, dass z.B. alle Strom- und Wasserleitungen, die selbstverständlich UNTER den Fliesen und dem Putz laufen, marode sind, oder bis ein Paar ausgiebige Regengüsse alle undichten Stellen des Dachs und der Fassade zum Vorschein bringen! Strukturerhaltende, aber auch strukturell verbessernde, Massnahmen sollten immer als Erstes kommen.
Haben Sie Geduld! Stellen Sie Ihr Haus zuerst unter Beobachtung und entscheiden Sie dann, ob neue Badkacheln, Sanitäreinrichtungen oder eine hübsche Küche wirklich die allererste Priorität hat, oder nicht doch besser z.B. die Dichtigkeit und das Stromnetz zunächst in Angriff genommen werden sollten ...